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GmbH - Das sollten Sie als Geschäftsführer kennen

GmbH
Abb.: magele-picture / fotolia by Adobe

Die GmbH – Kurz und knapp erklärt:
Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) ist eine Kapitalgesellschaft. Zur Gründung einer GmbH benötigt man 25.000 Euro und es erfolgt die Eintragung der GmbH in das Handelsregister. Der Gesellschaftsvertrag stellt die Satzung einer GmbH dar. Die Auflösung einer GmbH kann durch einen Beschluss der Gesellschafter, durch ein festgelegtes Auflösungsdatum in der GmbH Satzung, durch ein Insolvenzverfahren oder durch ein gerichtliches Urteil erfolgen.

Eine GmbH benötigt einen oder mehrere Geschäftsführer und verfügt zudem über eine Gesellschafterversammlung und ggf. einen Aufsichtsrat. Bei der GmbH gibt es keine persönliche Haftung - die GmbH haftet immer mit ihrem Gesellschaftsvermögen, die Gesellschafter mit ihrem Anteil am Stammkapital, jedoch niemals mit Ihrem Privatvermögen [➥ sehen Sie auch: GmbH Haftung]

Die nachfolgenden Informationen richten sich vor allem Interessierte, die eine GmbH gründen wollen und an GmbH Geschäftsführer. Hinweise auf kostenlose Downloads mit Muster-Vorlagen und Checklisten, sowie Software-Tipps sollen anfallende Aufgaben und Tätigkeiten im Rahmen einer GmbH vereinfachen.

 

Definition der GmbH

"Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung, abgekürzt GmbH, ist nach deutschem Recht eine Rechtsform für eine juristische Person des Privatrechts, die zu den Kapitalgesellschaften gehört. Die deutsche GmbH war die weltweit erste Form einer haftungsbeschränkten Kapitalgesellschaft. Ihr sind inzwischen in vielen Ländern vergleichbare Gesellschaftsformen gefolgt. Die GmbH ist die in Deutschland mit Abstand häufigste Gesellschaftsform für Kapitalgesellschaften. So kamen zum Stand 1. Januar 2016 auf ca. 15.500 Aktiengesellschaften über 1,15 Millionen GmbHs.[1] Seit 2008 gibt es als existenzgründerfreundliche Variante die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)."
[➥ sehen Sie auch: Gesellschaft mit beschränkter Haftung (Deutschland), Quelle: Wikipedia]

 

Gründung einer GmbH

Mit dem "Gesetz zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen" (MoMiG), das am 1. November 2008 in Kraft getreten ist, wurde das deutsche GmbH-Recht umfassend reformiert. Gerade Unternehmensgründungen wurden beschleunigt und vereinfacht.

Durch das MoMiG wurde – neben der weiter bestehenden "klassischen" GmbH – die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt), abgekürzt UG (haftungsbeschränkt), eingeführt. Die Gründung einer UG ist nach § 5a GmbH-Gesetz (GmbHG) mit einem Stammkapital von 1 € bis 24.999 € möglich. Geschieht die Gründung im vereinfachten Verfahren nach § 2 Abs. 1a GmbHG, ist das kostenprivilegiert, § 41d Kostenordnung (KostO). Anders als bei der GmbH muss bei der UG jedoch das Stammkapital in voller Höhe eingezahlt werden, wobei Sacheinlagen unzulässig sind. Zudem bestehen besondere Vorschriften für die Bildung und Verwendung einer Rücklage.

 

GmbH Gründung – Die wichtigsten Punkte in der Übersicht

Das genaue Vorgehen bei der Gründung einer "klassischen" GmbH lässt sich in vielen Quellen und Leitfäden zur GmbH Gründung nachlesen. Nachfolgend sollen nur die wichtigsten Punkte kurz aufgelistet werden:

 

Unternehmergesellschaft als einfache Variante zur GmbH

Seit 2008 gibt es als existenzgründerfreundliche Variante zur GmbH die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt). Die Erleichterung und Beschleunigung von Unternehmensgründungen war eines der Kernanliegen der GmbH-Reform. Nicht zuletzt aufgrund der Niederlassungsfreiheit in Europa war der deutsche Gesetzgeber bestrebt, im europäischen Wettbewerb mithalten zu können.

Viele europäische Mitgliedstaaten hatten es bereits vorgemacht: Mit der britischen Private Limited Company, der französischen SARL (Société à responsabilité limitée) und der spanischen SLNE (Sociedad Limitada Nueva Empresa) bestehen GmbH-ähnliche Gesellschaftsformen, die in puncto Gründungsaufwand sowie Kapitalaufbringung und Kapitalerhalt einige Vorteile aufzuweisen haben.

 

Die Gründung im vereinfachten Verfahren – Vorteile und Nachteile

Seit 1. November 2008 ist auch die Gründung in einem vereinfachten Verfahren möglich. Die vereinfachte Gründung sowohl der UG als auch der "klassischen" GmbH setzen nach § 2 Abs. 1a GmbHG voraus, dass:

Nachfolgend finden Sie kurz erklärt die Vor- und Nachteile des vereinfachten Gründungsverfahrens.

Die Vorteile des vereinfachten Verfahrens sind:

  1. Die Gründung der UG bzw. GmbH ist schneller und weniger kompliziert.
  2. Das Musterprotokoll enthält gleich drei Dokumente (Gesellschaftsvertrag, Geschäftsführerbestellung und Gesellschafterliste).
  3. Bei der Gründung der UG besteht ein großer Kostenvorteil.

Die Nachteil sind:

  1. Das Musterprotokoll darf nur bei höchstens drei Gesellschaftern und einem Geschäftsführer verwendet werden.
  2. Individuelle Regelungen sind auch bei bis zu drei Gesellschaftern nicht möglich. Generell nicht geregelt werden können daher Abfindungen, Durchführungen von Gesellschaftsversammlungen, Einziehung von Geschäftsanteilen, Kündigungen, Vererbungen, Vinkulierungen von Geschäftsanteilen sowie Vorkaufs- und Ankaufsrechte.
  3. Die Befreiung von § 181 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) ist zwingend vorgegeben, es dürfen also stets Rechtgeschäfte als Vertreter der GmbH mit sich selbst geschlossen werden.
  4. Der Kostenvorteil besteht nur bei Gründung einer UG.

Einen einfachen GmbH Gesellschaftsvertrag können Sie sich hier kostenlosen herunterladen:
[➥ GmbH Gesellschaftsvertrag (einfacher Gesellschaftervertrag) – Muster zum Download]

 

Gesellschafter einer GmbH

Gesellschafter einer GmbH kann jeder werden, der per Gesellschaftervertrag in die GmbH aufgenommen wird und den entsprechenden Anteil am Stammkapital leistet. Notwendig ist dazu die schriftliche Zustimmung der Gesellschafterversammlung sowie entsprechende vertragliche Vereinbarungen über die Mitwirkung.

Gesellschafter sind die Inhaber des Geschäftsanteils der GmbH (§ 8 Abs. 1 Nr. 3 GmbH-Gesetz). Der Geschäftsanteil umfasst die Gesamtheit der Rechte und Pflichten der Gesellschafter.

Der Geschäftsanteil des Gesellschafters richtet sich laut § 14 GmbH-Gesetz nach der von ihm übernommenen Stammeinlage.

Die Gesellschafter sind die eigentlichen Geschäftsherren der Gesellschaft. Mit den gesetzlich vorgeschriebenen Punkten haben sie einen umfangreichen Aufgabenkreis zu erfüllen. Darüber hinaus können sie sich durch Weisungen in die Geschäftsführung einschalten.

Gesetzlich festgelegte Aufgaben der Gesellschafter nach § 46 GmbH-Gesetz (kann in der Satzung anders vereinbart werden) sind:

Die Gesellschafterversammlung der GmbH bestellt den Geschäftsführer und beruft ihn ab. Der Geschäftsführer kann zugleich (auch alleiniger) Gesellschafter sein.

 

Der GmbH Geschäftsführer

Der Geschäftsführer ist das gesetzliche Organ der GmbH, er führt die Geschäfte der Gesellschaft und vertritt sie nach außen. Ohne Geschäftsführer ist die GmbH nicht handlungsfähig.

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Der Geschäftsführer einer GmbH muss eine natürliche Person sein.

Der Geschäftsführer hat dafür zu sorgen, dass der Gesellschaftszweck erreicht wird und die zur Erreichung erforderlichen Handlungen festgelegt und vollzogen werden. Dazu muss der Geschäftsführer alle organisatorischen, kaufmännischen und personellen Maßnahmen ergreifen, die notwendig sind, um die Aufgaben der Gesellschaft zu erfüllen. Er vertritt die Gesellschaft gerichtlich und außergerichtlich.

Speziell für GmbH Geschäftsführer haben wir unseren Beratungsbrief "GmbH-Brief AKTUELL" konzipiert. Dieser hilft Ihnen als GmbH Geschäftsführer dabei, sich mit geringem Zeitaufwand "up-to-date" zu halten und Ihr berufliches wie privates Haftungsrisiko zu minimieren. Informieren Sie sich und nutzen Sie den kostenlosen 14-Tage Test!

 

Tipps und Arbeitshilfen für GmbH Geschäftsführer:

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GmbH und Beteiligung

Begriffserklärung zu den Themen Beteiligung, Teilhaber und Anteile:
Personen, die Anteile an einem Unternehmen halten, werden meist nicht nur als Teilhaber, sondern häufig auch als Gesellschafter oder Anteilseigner bezeichnet. Die Höhe eines Geschäftsanteils (einer Beteiligung) wird nach § 14 GmbHG nach der Höhe der jeweils übernommenen Stammeinlage bestimmt.

Ein paar Fakten zur Beteiligung an einer GmbH:

Für weitere Informationen zu den Punkten Beteiligung im Privatvermögen, Beteiligung im Betriebsvermögen, Beteiligung einer GmbH und Gesellschafter-Geschäftsführer möchten wir Sie gerne auf einschlägige Fachliteratur verweisen.

 

Haftung der GmbH und der Gesellschafter

Die wichtigsten Fakten zur Haftung einer GmbH und zur Haftung der Gesellschafter:

 

Häufig gestellte Fragen zur GmbH

Gesellschafter / Geschäftsführer Gehalt – Was ist zu beachten?

Der Gesellschafter erhält ein sog. Komplementärgehalt, welches vertraglich vereinbart sein sollte. Für die GmbH ist dabei zu beachten, dass dieses nur dann als voll steuerlich abzugsfähige Betriebsausgabe der GmbH erfolgt, wenn die Gestaltung "fremdüblich" ist. Vergleichen Sie daher das Gehalt schon vor Vertragsbeginn mit den Vergütungen der Branche und bleiben Sie im Rahmen des Üblichen.

 

Welchen Anteil am Gewinn erhalten Gesellschafter?

Sofern die Gewinne der GmbH es erlauben, steht jedem Gesellschafter noch ein 4-prozentiger Gewinnanteil auf seine Einlage zu. Mit dem Einverständnis der Gesellschafterversammlung kann dieser auch höher festgelegt werden.

Achtung: Sie müssen nachweisen können, dass die zu Gehalt und Gewinnanteil getroffenen Vereinbarungen – wie auch die Verteilung von Verlusten – so auch umgesetzt werden.

 

Ist ein Gesellschafter ein Arbeitnehmer?

Ein Gesellschafter ist kein Arbeitnehmer. Er unterliegt nicht dem Sozialversicherungsrecht oder den Gesetzen über die betriebliche Mitbestimmung.

 

Gibt es Rente und Altersvorsorge für GmbH Gesellschafter?

Die GmbH kann für ihre Gesellschafter eine Altersvorsorge treffen und dies auch steuerlich geltend machen.

 

Worauf ist bei Gesellschafterdarlehen zu achten?

Damit das Finanzamt bei Darlehen zwischen der GmbH und ihren Gesellschaftern oder den Gesellschaftern nahestehenden Personen keine verdeckte Gewinn-Ausschüttung (vGA) annimmt, sind folgende Punkte zu beachten:

Hier haben wir für Sie einen Mustervertrag bereitgestellt:
[➥ Muster Darlehens-Vertrag – Kostenloser Download]

 

Verdeckte Gewinnausschüttung (vGA) – Wie kann das Risiko vermieden werden?

Mindern Sie Ihr Risiko einer verdeckten Gewinnausschüttung. Das sagt sich so einfach. Betroffen sind hier jedoch die verschiedensten Bereiche, dementsprechend umfangreich ist das Thema. In diesen Bereichen müssen Sie beispielsweise besonders vorsichtig sein:

Der GmbH-Brief AKTUELL informiert Sie hierzu regelmäßig.

 

Wie kann das Haftungsrisiko aus einer Bürgschaft gemindert werden?

Der GmbH-Gesellschafter, der seine Beteiligung im Betriebsvermögen hält, kann Leistungen aufgrund einer Bürgschaft unter bestimmten Voraussetzungen als Betriebsausgaben geltend machen. Sobald sich die Inanspruchnahme aus der Bürgschaft abzeichnet, sollten Sie hierfür eine Rückstellung bilden. Die – in der Regel nicht realisierbare – Forderung gegen die GmbH kann abgeschrieben werden und den Gewinn mindern.

[➥ So mindern Sie Ihr Haftungsrisiko aus Bürgschaften – 3 Tipps – Kostenloser Download]

 

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Produkt-Tipps – Software, Infos, Vorlagen, Muster

WEKA bietet Ihnen für den Themenbereich GmbH praxiserprobte und rechtssichere Software und Fachinformationen. Nachfolgend möchten wir Ihnen dazu einige wichtige Lösungen zum Thema GmbH vorstellen.

 

 

 

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